Der Marktgemeinderat des Marktes Oberstdorf hat im Januar 2023 die Gründung eines Energie- und Klimabeirates und im Mai 2023 die dazugehörige Geschäftsordnung beschlossen.
Das Gremium setzt sich aus folgenden Interessengruppen zusammen:
Der Energie- und Klimabeirat unterstützt die Gemeinde als informelles Gremium dabei, lokale Klimaschutzprozesse voranzubringen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels aktiv zu gestalten. Ziel der Initiative ist es, relevante Themen zu diskutieren, zu bewerten, weiterzuentwickeln und die Umsetzung konstruktiv zu begleiten.
Der Beirat gliedert sich in drei zentrale Arbeitsfelder:
Die insgesamt 14 Mitglieder arbeiten in drei entsprechenden Arbeitsgruppen. Jede Gruppe widmet sich spezifischen Fragestellungen aus ihrem Themenbereich und erarbeitet Inhalte, Vorschläge und Maßnahmen.
Alle Ergebnisse werden anschließend im gesamten Gremium vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Wenn sich der Beirat in einem vorgeschlagenen Thema einig ist, wird ein empfehlender Beschluss gefasst. Dieser wird anschließend der Verwaltung oder dem Marktgemeinderat zur weiteren Entscheidung und vorgelegt.
Auf diese Weise entsteht ein breit abgestimmter Beitrag zum kommunalen Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde.
Diese Übersicht stellt die ausgearbeiteten Themen des Energie- und Klimabeirats von 2023 – 2025 dar:
Empfehlende Beschlüsse des EKB an den Marktgemeinderat oder an den Ersten Bürgermeister/Verwaltung:
Empfehlende Beschlüsse des EKB, die von der Verwaltung geprüft wurden:
Anregungen und Impulse des EKB, die von der Verwaltung aufgenommen und geprüft wurden (werden fallbezogen berücksichtigt):
Sonstige Themen, die diskutiert wurden:
Untersuchung zu Fahrgemeinschaften für Pendler
Der digitale Pendleratlas Deutschland des Statistischen Bundesamtes weist für Oberstdorf rund 3.500 einpendelnde und rund 1.600 auspendelnde Arbeitskräfte (Stand 2023) aus. Angesichts der steigenden Mobilitätskosten, Umweltbelastungen und zunehmenden Verkehrsprobleme hat sich die Arbeitsgruppe Mobilität des Energie- und Klimabeirats mit der Frage auseinandergesetzt, ob durch Fahrgemeinschaften die Anzahl der mit dem Pendeln verbundenen Autofahrten reduziert werden kann. Die AG entwickelte jeweils einen Fragebogen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, um die Bereitschaft zur Teilnahme an Fahrgemeinschaften bzw. deren Unterstützung zu ermitteln.
Das Ergebnis dieser nicht repräsentativen Umfrage zeigt für die Arbeitnehmer (77 Rückmeldungen) auf, dass das Interesse an Fahrgemeinschaften und der Nutzung von Mitfahrplattformen mit der Länge des Arbeitsweges zunimmt. Jedoch gibt es bei einem Drittel der Befragten Vorbehalte bezüglich der Privatsphäre, des Versicherungsschutzes, der Sicherheit und der Flexibilität bei der Teilnahme an Fahrgemeinschaften. Die sehr geringe Beteiligung der Arbeitgeber (13 Rückmeldungen) lässt keine tragfähige Auswertung zu. Es lässt sich zudem ableiten, dass nur wenige Befragte aktuell Interesse an einer von der Gemeinde organisierten Mitfahrplattform haben.
Dem Markt Oberstdorf ist es ein Anliegen, durch Reduzierung der Pendlerfahrten den CO2-Ausstoß im Gemeindegebiet zu reduzieren, die Verkehrssituation, insbesondere das Parken, zu entspannen sowie einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Im Landkreis existieren bereits zahlreiche Mitfahrplattformen und Carsharing-Angebote. Zugleich können Arbeitgeber vor Ort Fahrgemeinschaften unterstützen, beispielsweise durch die Bereitstellung und Vermittlung von Parkplätzen oder die Förderung von Fahrgemeinschaften auf internen Plattformen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind gleichermaßen gefragt, Mobilität neu zu denken und die vorhandenen Mobilitätsformen aktiv zu fördern und zu nutzen.