Grundschule Oberstdorf hält an besonderer Tradition fest
Während an vielen Schulen im Allgäu Wintersportunterricht immer seltener wird, hält die Grundschule Oberstdorf unbeirrt an einer besonderen Tradition fest: ihrer Schul-Ski-Woche, kombiniert mit Wintersporttagen für alle Schülerinnen und Schüler. Was
für frühere Generationen selbstverständlich war, wird heute zur Ausnahme - und genau das macht das Oberstdorfer Engagement so bemerkenswert.
In der kommenden Woche werden die knapp 290 Grundschüler/innen von der 1. bis zur 4. Klasse vier Tage lang Spaß und Bewegung im Schnee erleben. Der Neuschnee und die guten Bedingungen tragen zur Vorfreude bei. Rund 35 der Kinder haben sich im Vorfeld für ein Alternativprogramm mit Rodeln, Wandern und Eislaufen eingetragen. Die restlichen 255 werden am Söllereck in Kleingruppen Skifahren.
Doch eine Wintersportwoche für eine ganze Schule zu organisieren, ist längst kein Selbstläufer mehr. „Ohne die vielen helfenden Hände wäre das nicht machbar“, erklärt Schulleiterin Anita Sutor, „auch wenn wir offiziell den Titel 'Sport-Grundschule' tragen.“
Eltern, die sich Zeit nehmen und ehrenamtlich als Skilehrer unterstützen, engagierte Lehrkräfte, die mit großem Einsatz planen und begleiten, der Grundschul-Förderverein, der Gelder und Sponsoren organisiert sowie örtliche Skischulen, die einige Mitarbeiter zu vergünstigten Preisen zur Verfügung stellen - sie alle tragen dazu bei, dass die Kinder der Grundschule Oberstdorf auch heute noch auf Ski stehen dürfen.
Entscheidend für den Fortbestand dieser Tradition ist aber ein weiterer Partner: die Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen. Sie übernehmen die kompletten Buskosten für die jungen Wintersportler - fast 5000 Euro für diese eine Woche. Außerdem erhalten die Elternhelfer kostenlose Skipässe und alle Kinder vergünstigte Liftkarten. Ohne dieses finanzielle Rückgrat, da sind sich Schulleitung und Förderverein einig, wäre die beliebte Schul-Ski-Woche längst Geschichte.
Denn der organisatorische und finanzielle Aufwand ist hoch, und immer weniger Grundschulen können ihn stemmen. Viele verzichten mittlerweile ganz auf eine Wintersportwoche - ein Verlust nicht nur für den Unterricht, sondern auch für den Gemeinschaftssinn und die Bewegungsfreude der Kinder.
In Oberstdorf aber sieht man in jedem Jahr, welchen Wert solche Erfahrungen haben: strahlende Augen, zu Recht stolze Anfänger, die nach wenigen Tagen sicher die Pisten meistern, und eine Klassengemeinschaft, die sichtbar zusammenwächst.
Die Grundschule Oberstdorf möchte ihre Tradition deshalb weiterführen - und hofft, dass der kaum zu messende Wert solcher Projekte ermutigt, sich dafür weiterhin stark zu machen. Dank der Eltern, der Lehrkräfte, der Skischulen und insbesondere der OK Bergbahnen dürfen die Grundschulkinder erleben, was für die Region seit jeher dazugehört - ein Winter, der bewegt.
Foto (Verena Scherm): Von links Henrik Volpert (Vorstand OK Bergbahnen), Sibylle Mayr (Leitung Vertrieb OK Bergbahnen), Anita Sutor (Schulleiterin Grundschule Oberstdorf), Patricia Gerung (2. Vorsitzende
Förderverein Grundschule Oberstdorf), Sabine Jahreis (Lehrerin/ Sportbeauftragte), Mirjam Back (stellvertretende Schulleiterin), Johannes Krieg (Vorstand OK Bergbahnen)
Grundschule Oberstdorf