Neben den Kindergärten in Oberstdorf und seinen Ortsteilen bietet der Hort des Marktes Oberstdorf Eltern die Möglichkeit, zusätzliche regelmäßige Bildung, Erziehung und Betreuung außerhalb der Schulzeit für ihr Grundschulkind in Anspruch zu nehmen.
Mit der Generalsanierung der Grundschule und einem kooperativen Konzept ist es gelungen, Schule und Hort nicht nur räumlich mit kurzen Wegen, sondern zu einer Schulfamilie zu verbinden. Der Hort mit seiner Betriebserlaubnis für 100 gleichzeitig anwesende Kinder hat durch die Neugestaltung der Räumlichkeiten und Lage im selben Gebäude der Grundschule Oberstdorf beste Voraussetzungen, den Bildungs- und Betreuungsauftrag, der an Kindertageseinrichtungen nach Art. 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BayKiBiG gestellt wird, zu erfüllen.
Der Hort ist eine förderfähige Kindertageseinrichtung, der die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit erleichtert, da er an mindestens vier Tagen pro Woche und mehr als 20 Stunden pro Woche geöffnet hat.
Das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (GaFöG) beinhaltet die stufenweise Einführung eines Anspruchs auf ganztägige Förderung für Kinder in Horten ab dem Jahr 2026. Dieser gilt zunächst für die erste Klassenstufe und wird bis zum Schuljahr 2029/30 jährlich um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Wer diesen wahrnehmen möchte, muss ihn für sein Kind bis zum 30. April 2026 geltend machen. Auch Anmeldungen nach dem Stichtag sind noch möglich, sofern Kapazitäten vorhanden sind. Die Neuerung beinhaltet auch den Anspruch auf eine Betreuung nur in den Ferien. Die entsprechenden Beiträge sind in der Gebührensatzung des Marktes Oberstdorf für Kindertagesstätten zu finden (https://www.markt-oberstdorf.de/einrichtungen/kindergaerten/#b1545267).
Die Erstklässler des Schuljahres 2026/2027 und ihre Eltern haben am 14. April von 16 Uhr bis 18 Uhr die Möglichkeit, den Hort zu besichtigen und Fragen zu stellen.
Der Auftrag des pädagogischen Personals ist, jedem Kind vielfältige Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten, um beste Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken sowie zur Integration zu befähigen. Angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung sind durch ausreichendes und qualifiziertes Personal sicherzustellen. Die Kinder sollen entwicklungsangemessen an Entscheidungen zum Alltag in der Einrichtung und zu deren Gestaltung beteiligt werden.
Der Hort setzt diesen Auftrag um, indem er den Kindern Räume bietet, in denen sie sich wohl fühlen, die sie mitgestalten können, die aber auch Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die Horträume befinden sich auf zwei Ebenen und schließen direkt an den gemeinsam benutzten Garderobenbereich (Grundschule und Hort) an. Dort befinden sich zwei Funktionsräume, Kreativ- und Bauraum und ein behindertengerechtes WC. Innenliegend, verbunden durch eine Treppe, gelangt man auf die obere Ebene, wo man sich zuerst auf der Hortinsel „dem Zentrum“ wiederfindet. Von dort aus verteilen sich alle anderen Räumlichkeiten, wie Mensa, WC-Bereiche, weitere Funktionsräume und ein kleiner Hauswirtschaftsraum. In der neu gestalteten Mensa mit Ausgabeküche können die Hortkinder nach der Schule ein warmes Mittagessen oder die eigene Brotzeit essen, begegnen sich, tauschen sich über ihren Schultag aus und planen gemeinsam den Horttag.
Die verschiedenen Funktionsräume verändern sich im Hortjahr immer wieder, um sich den Bedürfnissen der Kinder, aber auch den pädagogischen Angeboten anzupassen.
Die Mitarbeitenden kommen den differenzierten pädagogischen Angeboten nach, indem sie die Interessen und Ideen der Kinder in wöchentlichen Gruppenrunden sammeln und in einen Wochenplan verpacken. Dieser Plan gilt als Orientierung für den Hortalltag mit allen Angeboten. Eigenverantwortlich können die Kinder im Laufe der Woche diese Angebote nutzen und entwickeln dadurch einen eigenen Rhythmus im Tagesablauf, kommen ihren individuellen Wünschen nach und sind mit ihren Freunden aktiv. Ebenso haben sie die Möglichkeit, in Kooperation mit der Musikschule an Angeboten wie Cajon und der Bläserklasse teilzunehmen.
Durch das kooperative Konzept und die Mitbenutzung aller Räumlichkeiten der Grundschule bestehen mit den Lerninseln und den Klassenräumen bestmögliche Lern- und Arbeitsbedingungen. Dort können die Kinder von 14 Uhr bis 15.30 Uhr ihre Hausaufgaben in Begleitung des Hortpersonals machen. Dazu werden sie in Kleingruppen eingeteilt. Für individuelle Förderung besteht ein Austausch mit den Lehrkräften der Grundschule. Die Mitarbeitenden des Horts sehen sich bei der Hausaufgabenbetreuung als Mittler zwischen Schule und Elternhaus. Sie unterstützen die Kinder, eigene Lösungswege zu finden, sich Aufgaben selbst zu erlesen und Inhalte zu verstehen. Unterstützt werden die Kinder zusätzlich noch von Lesepaten, die ihnen helfen, ihre Lesefähigkeit zu festigen.
Der Hort bietet allen Kindern ein breites Feld an sozialen Kontakten und Lernerfahrungen. Jedes Kind findet Geborgenheit in der Gruppe, lernt Toleranz und Rücksichtnahme sowie Eigenverantwortung.
Durch den Besuch öffentlicher Einrichtungen wie Museen, Skisprungschanzen, Spielplätzen, Bergbahnen und durch Erkundungstouren in der Natur werden die Kinder gestärkt, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen und ihren Heimatort besser kennenzulernen. Dadurch steigt auch die Problembewältigungsfähigkeit der Kinder in verschiedenen Lebenssituationen.
Der hausaufgabenfreie Freitag bietet die Möglichkeit, diese Aktionen durchzuführen, und schafft den Freiraum für die sogenannten „Kinderkonferenzen“. Diese werden jeweils von unterschiedlichen Kindern vorbereitet und moderiert und bieten einen festen Zeitpunkt zum Reflektieren, selbst Konflikte und Probleme zu lösen, Anliegen und Wünsche zu kommunizieren. An diesem Tag werden auch Traditionen, jährlich wiederkehrende Feste und Feiern gemeinsam organisiert und gestaltet.
Um alle Aufgaben rund um Bildung, Erziehung und Betreuung im Hort zu erfüllen, ist ein ausreichender Zeitrahmen nötig, der nur mit einer Mindestbuchungszeit von 3-4 Stunden und an mindestens vier Tagen die Woche abzudecken ist. Kinder, die den Hort kürzer oder unregelmäßig besuchen, finden sich erfahrungsgemäß weder in Gruppenstrukturen noch im Hortalltag wieder. Dem Hortpersonal ist es daher ein großes Anliegen, nicht als „Aufbewahrungsstelle“ wahrgenommen zu werden, sondern als Bildungseinrichtung, die familienergänzend arbeitet.
Die schönste Zeit für die Erziehenden sind die Ferien, da sie dann ausreichend Zeit zur Verfügung haben, um all die pädagogische Arbeit und Förderung unter einen Hut zu bekommen. Bei Ausflügen und Wanderungen können sie noch mehr auf die außerschulischen Wünsche und Bedürfnisse der Kinder eingehen. Zusätzlich erleben die Kinder, wie es ist, noch vertiefter an Projekten zu arbeiten. Außerdem ist endlich Zeit für das Wichtigste: mit Freunden zu spielen und etwas zu erleben.
Dieser Angebotsumfang ist nur möglich, da das achtköpfige Team aus Voll- und Teilzeitkräften, bestehend aus vier Erziehenden, zwei pädagogischen Ergänzungskräften, einer Auszubildenden und einer Hauswirtschaftskraft, genügend Zeit für die Vorbereitung und Planung hat. Das Team trifft sich einmal pro Woche zu einer 2,5-stündigen Teambesprechung. An den weiteren Vormittagen finden die Besprechung des Wochenplans, des Kleinteams, Praktikantenanleitung, Gespräche mit Eltern und Lehrern, Fortbildungen und Verwaltungsarbeit sowie die hygienische Pflege der Räumlichkeiten, Spielmaterialien und Möbel statt. Um vorbereitet in den Tag zu starten gehört auch die Pflege und Bearbeitung der KIKOM-App dazu, da diese das Hauptkommunikationsmittel zwischen Elternhaus und Hort darstellt.
Die Hortmitarbeitenden freuen sich, auch weiterhin für viele Oberstdorfer Grundschulkinder ein fester Bestandteil in ihrem Alltag zu sein.
Übrigens: Die Vergaberunden der Einrichtungen für das nächste Kindergartenjahr starten im April. Sollten Sie noch einen Kita-Platz für Ihr Kind ab September 2026 suchen, bitten wir Sie, eine Platzanfrage über Little Bird zu stellen: