Die Südliche 2018

Zum 16. Mal lädt „Die Südliche“ das kunstinteressierte Publikum ein, die sorgfältig aus dem reichen Kunstleben der Region Oberallgäu, Jungholz und Kleinwalsertal ausgewählten Kunstpositionen zu betrachten.

Die Ausstellung wird von den Städte Sonthofen und Immenstadt und dem Markt Oberstdorf getragen und unter dem Dach der Kulturgemeinschaft Oberallgäu e.V. von den Künstlerinnen und Künstlern gestaltet.

Ausstellung: 14. Oktober bis 18. November
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr,
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr

Kunsthaus Villa Jauss
Fuggerstraße 7
87561 Oberstdorf

*Historischer Gast - Anna Jäger
Als zweites der vier Kinder von Martin und Barbara Jäger („Geagl“), die in der Freibergstraße in Oberstdorf eine kleine Landwirtschaft und Fremdenzimmer-vermietung betrieben, wurde Anna Jäger am 17.04.1899 geboren. Sie lernte als Schneiderin und wurde 1924 bei den Klosterschwestern des Städt. Seminars Augsburg Handarbeitslehrerin mit einem hervorragenden Abschluss. Anna Jäger wollte ins Kloster gehen, aber ein Arzt riet ihr wegen ihrer schwächlichen Konstitution ab. Von 1925 bis 1930 studierte sie an der Kunstgewerbeschule München bei Prof. Franz Klemmer Freskomalerei, Batik, Mosaik, Glasmalerei und Paramentik. Ein Studium an der Kunstakademie München schloss sich 1931 bis 1935 an. Statt an einer Augsburger Kunstschule Lehrerin zu werden, zog sie heim nach Oberstdorf, wo ihr Malstil auf wenig Verständnis stieß. Sie malte die Berge, Blumen, Portraits und häufig religiöse Motive. 1953 eckte sie an, als sie für das Grab ihres Schwagers einen bartlosen Christus schuf. Anna Jäger arbeitete in vielen Techniken: Öl, Aquarell, Kohle, Tempera, Batik auf Seide, Papier und Pergament. Von ihren Holz- und Linolschnitten sind nur noch wenige vorhanden. Die Künstlerin fertigte Mosaiken aus Steinen, die sie in Trettach, Stillach und Breitach sammelte, Stick- und Handarbeiten, z. B. für Mieder und Hosenträger. Ihr Muttergottesgewand für St. Loretto ist heute im Oberstdorfer Heimatmuseum ausgestellt. Mit Wilhelm Math und Fanny Seeweg arbeitete sie an der Rekonstruktion der Oberstdorfer Tracht. Mit 50 Jahren begann ein Rheumaleiden. Im vorgerückten Alter verdiente Anna Jäger ihren Unterhalt mit Hinterglasmalereien nach eigenen oder historischen Vorlagen. Am 1.Juli 1981 starb sie, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Anna Jäger war eine bescheiden, geradezu asketisch lebende Künstlerin, heiter, gütig und sehr fromm.