Bauprogramm zu den FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften 2021 Oberstdorf / Allgäu

WAS, WANN, WOZU? + Das Bauprogramm im Überblick + Erste Vorarbeiten bereits im Herbst 2018 erfolgreich abgeschlossen

NWM2021 CC Funktionsgebäude_Feb. 2019
NWM21 SJ Gesamtübersicht 3D_Feb 2019

Im Frühjahr 2019 beginnen die Haupt-Baumaßnahmen im Rahmen der FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften 2021 Oberstdorf / Allgäu an den Skisprunganlagen sowie im Langlaufzentrum Ried.
Beide Anlagen werden umfangreich saniert und teilweise umgebaut, um vor dem Hintergrund sportlicher Weiterentwicklungen auch für die kommenden Jahre bestmögliche Trainingsbedingungen für den Spitzen-, Nachwuchs- und Breitensport gewährleisten zu können. Bereits im Herbst 2018 wurden an beiden Sportanlagen erste Vorarbeiten erfolgreich abgeschlossen.
Seit vielen Jahrzehnten steht Oberstdorf für intakte Natur, Gastfreundschaft und den nordischen Skisport. Dabei fungieren Natur, Tourismus und Sport als Partner, die sich gegenseitig unterstützen und in direkter Beziehung zueinander stehen.
Das Thema nordischer Skisport ist im Image von Oberstdorf fest verankert und prägt das Bild der Tourismus-Destination maßgeblich. Für viele Gäste – genauso wie für viele Einheimische – ist beispielsweise das Langlaufzentrum im Winter ein wichtiges Aktivitäts-
Angebot und auch ein Schanzen-Besuch steht bei vielen Gästen ganz oben auf der Agenda. Durch die sportliche Betätigung im Oberstdorfer Naturraum wiederum wird bei Gästen wie Einheimischen das Bewusstsein für eine intakte Natur geschärft.

Diesem Hintergrund möchten die Projektverantwortlichen im Rahmen der Baumaßnahmen konsequent Rechnung tragen. So zielen die Maßnahmen darauf ab, den Trainingsstützpunkt Oberstdorf in den nordischen Disziplinen zukunftsweisend und nachhaltig weiterzuentwickeln und den Status eines Bundesstützpunktes und Landesleistungszentrum Ski nordisch auch in Zukunft beizubehalten.
Verbesserte Trainingsbedingungen kommen dabei neben dem Spitzensport auch dem Nachwuchs- und Breitensport und damit auch den Einheimischen sowie den Gästen zugute.
Den Projektverantwortlichen ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass ausschließlich Bauten errichtet werden, die für die Aufrechterhaltung des
Trainingsbetriebs auf Weltcup-Niveau zwingend erforderlich sind. Zur WM oder sonstigen
Großveranstaltungen werden die Sportstadien mit notwendigen temporären Bauten ergänzt, die nach den Veranstaltungen wieder abgebaut werden.
Naturschutz und Erhalt des Ortsbildes wurden bei der Bauplanung intensiv berücksichtigt und die vom Marktgemeinderat zu Projektbeginn erlassenen Nachhaltigkeits-Leitlinien sind unmittelbar in den Bauplanungs-Prozess eingeflossen. Elemente dieser Leitlinien, die für den Erhalt des Landschaftsbildes sorgen, sind unter anderem die Verwendung regionaltypischen Materials, die Beachtung von
Das Bauprogramm zur
FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften 2021 Oberstdorf / Allgäu
Blickbeziehungen oder auch ein möglichst geringer Flächenbedarf. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan legt fest, wie die erforderlichen Eingriffe minimiert werden oder ein Ausgleich geschaffen wird. Eine eingesetzte Umweltbaubegleitung wird bereits während der Bauphase sicherstellen, dass die Bauarbeiten umweltschonend erfolgen.
Der Hauptteil der Baumaßnamen findet von März bis November 2019 statt. Restarbeiten sind für 2020 vorgesehen. Im Frühjahr 2021 nach der WM werden die letzten Bepflanzungen erfolgen.

Die Vorarbeiten im Herbst 2018
Im Langlaufzentrum wurden im Herbst bereits die Loipen oberhalb des Burgstallanstieges überarbeitet, ein neuer Anstieg angelegt und einige bisher als gefährlich geltende Abfahrten „entschärft“. Diese Passagen entsprachen nicht mehr den aktuellen FIS Anforderungen und mussten daher angepasst werden. 80% der bisherigen Strecken bleiben für die Weltmeisterschaften jedoch unverändert.
Auch wurde im Herbst 2018 der vorhandene Materialstadl abgetragen und etwa 200 Meter weiter nördlich wieder aufgebaut, um am alten Standort Platz für das ab Frühjahr 2019 neu zu errichtende Funktionsgebäude zu schaffen. An einigen Stellen der Skisprunganlage wurden im Herbst diverse Betonbauteile altersbedingt saniert.
Durch das Vorziehen einzelner Arbeiten werden die Haupt-Maßnahmen auf den Baustellen räumlich und zeitlich entzerrt. Zusätzlich können die betroffenen Weideflächen nach dem Winter wieder schnell anwachsen, wodurch ein Futterausfall für das Vieh bestmöglich vermieden wird.
Im Bereich der Sprungschanzen sowie im Langlaufzentrum wurden im Herbst zudem – außerhalb der Vogelbrutzeit und vor dem Wintereinbruch – vereinzelte Baumfällarbeiten durchgeführt.

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GEBAUT WIRD, WAS WIRKLICH NÖTIG IST UND LANGFRISTIG GENUTZT WIRD

Der Anspruch nachhaltiger Weltmeisterschaften zeigte sich eindrucksvoll bei den geplanten Baumaßnahmen

Nach dem Wintermärchen von 2005 wird Oberstdorf vom 23. Februar bis zum 07. März 2021 zum dritten Mal Austragungsort der FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften 2021 Oberstdorf / Allgäu und Gastgeber für Wintersportbegeisterte aus aller Welt. Oberstdorf hat sich zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltige Weltmeisterschaft auszurichten, die in jeder Hinsicht Vorbildcharakter hat. Speziell hierzu entwickelte Leit- und Richtlinien garantieren, dass nur das gebaut wird, was auch wirklich nötig ist und vor allem langfristig – auch außerhalb sportlicher Großveranstaltungen – intensiv von Einheimischen, Kinder- und Jugendlichen, Vereinen und Gästen genutzt wird. Zur Beibehaltung des Status eines Bundesstützpunktes und Landesleistungszentrum Ski nordisch sind verschiedene Anpassungen der Sportanlagen nötig.

Bereits seit Monaten werden die geplanten Baumaßnahmen im Allgäu und natürlich auch im Ort selbst zum beliebten Gesprächsthema. Große Vorfreude und Stolz sind dabei bei den Einheimischen ebenso zu spüren wie Skepsis und Vorbehalte. Kein Wunder, boten Vergabe-Praktiken und Rahmenbedingungen internationaler Sport-Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren doch genügend Anlass für Kritik und Unverständnis.

In Oberstdorf möchte man alles anders und besser machen. So wurde bereits zu Beginn der Organisation eine Nachhaltigkeits-Strategie samt entsprechenden Leitlinien für die Bereiche Sport, Infrastruktur, Umwelt und Kommunikation entwickelt. Mit diesen Leitlinien soll die Vision zur FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften 2021 Oberstdorf / Allgäu konkret umgesetzt und ein „Grünes Erbe“ entwickelt werden. Zur konsequenten Einhaltung der Leitlinien wurde bereits in der frühen Planungsphase der Ausschuss „Umwelt und Nachhaltigkeit“ einberufen.

Das Konzept nachhaltiger Weltmeisterschaften zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass:

  • die bestehenden Sportstätten und Infrastruktur bestmöglich genutzt werden.
  • nachhaltig nutzbare, multifunktionale Einrichtungen sinnvoll ergänzt und modernisiert werden.
  • Gebäude und Räumlichkeiten, die ausschließlich zur WM genutzt werden, als temporäre Bauten konzipiert und so die Eingriffe in die Landschaft minimiert werden. Unvermeidbare Eingriffe werden – von einer Umweltbaubegleitung koordiniert – umfassend kompensiert.
  • die Wege für Athleten, Offizielle und alle Beteiligten zwischen Wettkampfstätten, Unterbringung und allen wichtigen WM-Einrichtungen möglichst kurz sind.
  • die Besucher die Veranstaltungsorte schnell erreichen können.
  • die örtliche Verkehrsinfrastruktur verbessert und leistungsfähiger wird.
  • umweltfreundliche und energiesparende Verkehrsmittel fokussiert werden.
  • höchste Effektivität im Bezug auf Sicherheit und Logistik gewährleistet wird.

Die Baumaßnahmen betreffen sowohl die Skisprung-Anlagen als auch das Langlaufzentrum. Beide Sportanlagen werden bis zur Weltmeisterschaft umfangreichen Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten unterzogen. Diese sind notwendig, um die Anlagen wettkampftauglich zu halten und den laufenden Trainingsbetrieb auf Weltcupniveau durchführen zu können. Seit 2005 haben sich beide Sportarten enorm weiter entwickelt. Sowohl Langlaufzentrum als auch die Skisprunganlagen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen der FIS und müssen daher in Teilen angepasst werden. Die Maßnahmen sind somit ohnehin erforderlich, um den Status eines Bundesstützpunktes und Landesleistungszentrum Ski nordisch auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus werden weitere öffentliche Infrastrukturen im Umfeld der Weltmeisterschaften verbessert, wie die bereits abgeschlossene Sanierung der Westumgehung zum Langlaufzentrum Ried.

Eine nachhaltige Nutzung der Anlagen hat für die Projektverantwortlichen oberste Priorität. Es werden ausschließlich Anlagen gebaut, die auch und vor allem nach der WM intensiv genutzt werden. Ausschließlich zur WM benötigte, bzw. nicht nachhaltig genutzte Infrastruktur wird mit temporären Bauten geschaffen, die nach der WM wieder abgebaut werden. Zudem erfolgt die gewährte finanzielle Förderung insbesondere für den Trainingsstützpunkt in Oberstdorf. Das bedeutet, dass die Baumaßnahmen hauptsächlich die Modernisierung der Wettkampfstätten vorsehen, die zwar zur WM modernisiert werden, aber vor allem danach als Trainingsanlage (vom Breitensport bis zum Leistungssport) und für nachfolgende Wettbewerbe (vom Nachwuchswettbewerb bis hin zum Weltcup) dauerhaft genutzt werden.

Die Sportanlagen sind ein wesentlicher Teil der Infrastruktur von Oberstdorf und fördern den Tourismus im Ort maßgeblich. Die Sportveranstaltungen unterstützen das Image, sorgen für zusätzliche Bekanntheit und tragen so wesentlich zur Wertschöpfung und damit zum Wohlstand von Oberstdorf und seinen Bürgern bei. Die Anlagen können von den Gästen wie Einheimischen besucht oder im Fall des Langlaufzentrums auch selbst genutzt werden. Durch die Baumaßnahmen verbessert sich letztendlich das Angebot von Oberstdorf.

Eine Übersicht der Leitlinien im Rahmen der Nachhaltigkeits-Strategie entnehmen Sie bitte der beigefügten Anlage.

NWM 2021_Nachhaltigkeitsstrategie

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Angelegt am 11.02.2019

NWM 2021 Gesamt-Baumaßnahmen

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Angelegt am 28.02.2019